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iPhones nehmen Videos als .MOV-Dateien auf — Apples QuickTime-Container, das Format, von dem MP4 eigentlich abgeleitet wurde, weshalb es dasselbe Indexprinzip auf Basis des moov-Atoms nutzt. Seit iOS 11 ist der Standard-Codec darin HEVC/H.265 ("Hohe Effizienz"); wechselst du zu "Maximale Kompatibilität", bekommst du stattdessen H.264, und neuere Modelle ergänzen Dolby Vision HDR und sogar ProRes. Mit welchem Codec du auch gedreht hast: Das .MOV lässt sich erst abspielen, wenn der Index am Ende des Clips geschrieben ist. Wird dieser Vorgang unterbrochen, verweigern Fotos, QuickTime und alles andere das Öffnen. Zieh die Datei oben hinein, dann prüft das Werkzeug genau das — in deinem Browser — und baut den Container neu auf, wenn das Material wiederherstellbar ist.
Was wirklich in einem iPhone-Video steckt
Die Endung .MOV steht für den QuickTime-Container, nicht für den Codec — und beides wird leicht verwechselt. Unter Einstellungen › Kamera › Formate wählst du zwischen "Hohe Effizienz" (HEVC/H.265) und "Maximale Kompatibilität" (H.264). HEVC ist seit iOS 11 der Standard, weil es die Dateigröße halbiert, und es ist Voraussetzung für die anspruchsvollsten Modi wie 4K mit 60p und Zeitlupe in 1080p mit 240 fps sowie für Dolby Vision HDR auf den neueren Modellen; das iPhone 13 Pro und neuer kann außerdem in ProRes aufnehmen. H.264 ist die Rückfalloption für maximale Kompatibilität mit Windows und älteren Apps.
Alle diese Varianten schreiben nach wie vor einen QuickTime-Container, und jede QuickTime-Datei trägt ein moov-Atom: die Tabelle, die jedes Einzelbild indexiert — seine Position (Offset), Größe, das Timing und die zum Dekodieren nötigen Codec-Parameter. Die Bilddaten (das mdat) werden beim Aufnehmen laufend in den Speicher geschrieben, das moov wird aber erst finalisiert, wenn der Clip sauber endet. Fehlt dieser Schritt, bleibt dir ein vollständiges mdat mit HEVC- oder H.264-Daten und ohne Index — eine Datei, die Fotos als graues oder defektes Vorschaubild zeigt und die QuickTime nur mit einem sich endlos drehenden Ladekringel öffnet.
Die Momente, in denen der Index kaputtgeht
iPhone-Clips beschädigen sich fast immer an den zwei Punkten, an denen das moov geschrieben werden müsste — am Ende der Aufnahme und am Ende einer Übertragung:
Die Kamera-App oder das Telefon ist mitten in der Aufnahme abgestürzt. Ein harter Absturz, ein erzwungener Neustart oder das Beenden der App während der Aufnahme beendet die Aufnahme, ohne sie zu finalisieren. Die bis zu diesem Augenblick aufgenommenen Einzelbilder liegen auf dem Gerät; der Index, der die Datei geschlossen hätte, nicht.
Der Speicher lief während des Filmens voll. HEVC in 4K frisst rasend schnell Speicher, und wenn dem Telefon während einer langen Aufnahme kein einziges freies Byte mehr bleibt, stoppt die Aufnahme abrupt und der Container bleibt offen.
Eine Übertragung wurde unterbrochen. Das ist der häufigste Fall. Ein .MOV, das mitten in einem AirDrop, einer USB-Kopie auf einen Mac oder PC oder einer iCloud-/Fotos-Synchronisierung abbricht, kommt auf der anderen Seite mit vorhandenem mdat, aber abgeschnittenem oder fehlendem moov an — es spielt also auf dem Telefon einwandfrei ab, lässt sich nach dem Verschieben aber nicht öffnen. Solange das Original noch existiert, lohnt es sich immer, es zuerst noch einmal von dort zu kopieren.
Jeder dieser Fälle hinterlässt gültige Einzelbilder hinter einem unvollständigen Index — der reparierbare Fall. Nicht wiederherstellbar ist das Material nach der Unterbrechung: Es wurde nie geschrieben.
Warum ein Clip vom selben iPhone hilft
Wenn der Index verloren ist, wird er rekonstruiert, indem der erhaltene Datenstrom durchsucht und die Sample-Tabellen nachgebildet werden, die QuickTime geschrieben hätte. Ein intakter Clip vom selben iPhone, im selben Format aufgenommen, macht das deutlich zuverlässiger: Er trägt genau die Codec-Konfiguration, die der beschädigten Datei fehlt — die HEVC-Parametersätze eines Clips in "Hohe Effizienz" oder die H.264-Parametersätze eines Clips in "Maximale Kompatibilität" —, sodass die Rekonstruktion das Original reproduziert, statt es nur anzunähern.
In der Praxis: Nimm mit demselben Telefon und denselben Kamera-Einstellungen einen kurzen Wegwerf-Clip auf oder greif auf einen vorhandenen zurück und halte ihn bereit. Sorge dafür, dass der Codec zur beschädigten Datei passt — eine HEVC-Referenz für einen HEVC-Clip, H.264 für H.264 — und wir fragen dich nur danach, wenn die Reparatur ihn tatsächlich braucht.
Was sich reparieren lässt und was nicht
Kann repariert werden
- Ein Clip, der unfertig blieb, weil die Kamera-App oder das Telefon mitten in der Aufnahme abgestürzt ist (fehlendes moov)
- Aufnahmen, die abgeschnitten wurden, weil der Speicher während der Aufnahme voll lief
- .MOV-Dateien, die durch einen unterbrochenen AirDrop, eine USB-Kopie oder eine iCloud-/Fotos-Übertragung abgeschnitten wurden
- HEVC- (H.265) und H.264-.MOV-Dateien, die sich trotz echter enthaltener Daten nicht in Fotos, QuickTime oder einem Editor öffnen lassen
Kann nicht repariert werden
- Material nach der Unterbrechung — diese Einzelbilder wurden nie in den Speicher geschrieben
- Eine Datei, die nach einer fehlgeschlagenen Übertragung mit 0 Byte oder fast nur Nullen ankam (zuerst erneut vom Original kopieren)
- Vom iPhone verschlüsselte oder DRM-geschützte Inhalte
- Ein beschädigter HEVC-Clip, wenn keine passende HEVC-Referenz vom selben Telefon verfügbar ist
Wenn eine Reparatur fehlschlägt, sagen wir dir warum (fehlende Daten gegenüber beschädigter Struktur), und für eine fehlgeschlagene Reparatur wird dir nie etwas berechnet.